Laut einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, des IÖW und der IW Consult könnten sich die Einnahmen aus erneuerbaren Energien in deutschen Regionen bis 2033 auf 12,4 Milliarden Euro jährlich mehr als verdoppeln – vorausgesetzt, die Ausbauziele für Wind- und Solaranlagen werden erreicht.

Abbildung 1: Zielsetzung Wind & Solar ausbauen:  Einnahmen aus Erneuerbaren Energien bedeuten auch signifikante wirtschaftliche Gewinne für Städte & Gemeinden

(Foto: Adobe Stock / Fabio)

Die Energiewende gilt in kommunalen Debatten oft als Herausforderung: neue Aufgaben, Investitionen in Infrastruktur, komplizierte Genehmigungsverfahren. Eine aktuelle Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult (IW Consult) zeigt jedoch, dass der Ausbau erneuerbarer Energien auch einen erheblichen wirtschaftlicher Gewinn für Städte, Gemeinden und Landkreise bedeutet.

Nach Berechnungen der Forschenden könnte die regionale Wertschöpfung durch Wind- und Solaranlagen bis 2033 mehr als doppelt so hoch ausfallen wie heute. Schon 2023 blieben rund 5,5 Milliarden Euro Wertschöpfung direkt in den Standortregionen. Werden die Ausbauziele erreicht, könnten jährlich etwa 12,4 Milliarden Euro Wertschöpfung vor Ort entstehen.

Grüner Wirtschaftsmotor 

Für Kommunen entstehen daraus vielfältige Einnahmequellen. Dazu zählen Gewerbesteuern, Pachtzahlungen für kommunale Flächen, die Beteiligung von Gemeinden an Windenergieprojekten sowie Erträge kommunaler Stadtwerke. Hinzu kommen Arbeitsplätze und zusätzliche Umsätze für regionale Unternehmen, etwa im Handwerk, bei technischen Dienstleistungen oder im Anlagenbetrieb. Der entscheidende Vorteil: Dieses Geld bleibt vor Ort. Statt für Energieimporte ins Ausland abzufließen, stärkt es die kommunalen Haushalte und eröffnet neue Gestaltungsspielräume. Die zusätzlichen Einnahmen können beispielsweise in Schulen, Kitas, Sportstätten, die kommunale Infrastruktur oder die Entlastung der Bürgerinnen und Bürger investiert werden. Gerade strukturschwache und ländliche Regionen können von dieser Entwicklung besonders profitieren.

Abbildung 2:  Es geht nur gemeinsam: Da die Energiewende vor allem die Menschen vor Ort betrifft, kann auch die Einbindung von Bürgern über diverse lokale Beteiligungsmodelle sowohl Akzeptanz fördern, als auch kommunale Finanzteilhabe sichern.

(Foto: Adobe Stock / Emilio)

Aktiv mitgestalten zahlt sich aus

Die Studie zeigt auch: Wie viel Geld in der Region bleibt, hängt davon ab, wie stark Kommunen und Bürgerinnen und Bürger in die Projekte eingebunden sind. Bürgerenergiegesellschaften, kommunale Investitionen und lokale Beteiligungsmodelle sorgen dafür, dass ein größerer Teil der Gewinne in der Region verbleibt und erhöhen gleichzeitig die Akzeptanz für neue Anlagen.

Für Kommunen ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit, sondern auch ein wichtiger Baustein kommunaler Wirtschaftsförderung. Wer die Energiewende aktiv gestaltet, stärkt die eigene Finanzkraft und schafft neue Perspektiven für die Entwicklung vor Ort.