Stadtwerke, Netzbetreiber und Kommunen tragen gemeinsam dazu bei, die Energieversorgung nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten. Der konsequente Ausbau der Stromnetze bildet dabei das Fundament für eine erfolgreiche Integration erneuerbarer Energien. Eine Mammutaufgabe in einer zunehmend stromdominierten Gesellschaft.

Abbildung 1: In der Erde und hoch hinaus: Monteure der Halberstadtwerke GmbH im Steiger und im Graben bei vorbereitenden Arbeiten für eine bevorstehende Leitungsumbindung ans Ortsnetz sowie eine Anbindung der neuen Trafostation im Bereich Langenstein „Untermühle“.

(Foto: HSW / S. Gloger-Hübner)

Die Herausforderung: Der Ausbau der erneuerbaren Energien gelingt nur mit leistungsfähigen Stromnetzen. Deshalb werden die Übertragungs- und Verteilnetze kontinuierlich erweitert und modernisiert – aber mit Augenmaß. Sie müssen sowohl die wachsende Einspeisung aus erneuerbaren Energien, als auch den perspektivisch steigenden Strombedarf der Gesellschaft zuverlässig aufnehmen. Denn die Energielandschaft verändert sich grundlegend: Immer mehr Kommunen, Haushalte und Unternehmen erzeugen ihren Strom selbst – etwa mit Photovoltaikanlagen. Das Stromnetz muss dieser zunehmend dezentralen Energieerzeugung gerecht werden und Energie sicher und flexibel dorthin transportieren, wo sie benötigt wird. Denn Strom fließt nicht mehr nur in eine Richtung vom Kraftwerk zum Verbraucher, sondern jede PV- Anlage ist an sich ein kleines Kraftwerk und davon gibt es inzwischen viele.

Zukünftige Kapazitäten schaffen

Hier setzen Energieversorger und Netzbetreiber wie die HALBERSTADTWERKE an: Durch den Ausbau und die Modernisierung der Netze können mehr erneuerbare Energien eingespeist und verteilt werden. Damit einher gehen massive Investitionskosten ins Netz. Um ausufernde Aufwendungen für Netzausbau und -management zu vermeiden, geht der regionale Energiedienstleister bewusst strategisch vor – gemäß eigener Zielnetzplanung – und treibt z.B. die schrittweise 20kV-Umstellung in der Kernstadt Halberstadt sowie deren Ortsteilen voran.

Die Erhöhung der Versorgungssicherheit im Blick

In der Kernstadt erfolgt der Umbau des Stromnetzes konkret als Trassenneubau in mehreren Schritten vom Schalthaus Nord bis zum Umspannwerk Süd noch bis zum Jahr 2028 (z.B. circa 20 Kilometer Mittelspannungskabel sowie weitere Netzkomponenten wie Schaltanlagen und Trafostationen mit höherer Nennleistung sowie Mess- und Schutztechnik). In den Ortsteilen wird demgegenüber bis einschließlich 2030 die sogenannte Netzentflechtung des 20kV-Umlandnetzes realisiert (u.a. durch Trassenneubau, aufwendige Dükerungen und Ersatzneubauten von Trafo- und Schaltstationen).

Abbildung 2: Etappenweise Erhöhung der Versorgungssicherheit: Bauabschnittsübersicht zum Stromtrassenneubau in der Kernstadt Halberstadt mit dem Ziel der Erreichung einer 20kV-Betriebsfähigkeit

(Karte: HSW / eigene Darstellung)

Gleichzeitig braucht es weitere technische und organisatorische Lösungen, damit das Energiesystem von Morgen zuverlässig, flexibel und effizient funktioniert:

  • Angebot und Nachfrage abgleichen: Zukunftsorientierte und intelligente Netze (Smart Grids) ermöglichen es, Erzeugung, Verbrauch und Infrastruktur miteinander zu verknüpfen.
  • Digitale Lösungen weiterentwickeln: Durch den Einsatz von KI- oder robotergestützten Automatisierungen und Datenanalyse lassen sich zukünftig Lastspitzen vorhersehen und Netze effizienter steuern.
  • Dezentrale Versorgung stärken: Lokale Akteure werden zu zentralen Playern – sie erzeugen Energie vor Ort und reduzieren so Abhängigkeiten von großen, zentralen Kraftwerken.
  • Netzdienliche Speichertechnologien einsetzen: Um Überschüsse aus sonnen- oder windreichen Zeiten zu speichern und bei Bedarf abzurufen, spielen Speicher als Baustein im künftigen Energiesystem eine zentrale Rolle – jedoch ausdrücklich unter Nutzung sinnvoller Netzverknüpfungspunkte, an denen entsprechende Kapazitäten zur Verfügung stehen sowie in angemessenem Umfang und sinnvoller Einspeisung bei Netzengpässen.
     

Es bleibt festzuhalten: Die Energiewende ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Doch mit jedem netzseitigen Ausbauabschnitt, jeder neuen netzdienlichen Lösung und jeder intelligenten Steuerung kommen wir dem Ziel näher: einer klimaneutralen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung.