Öffentliche Gebäude, Schulen und Verwaltungsbüros zu beheizen, macht häufig einen großen Anteil am Energieverbrauch einer Stadt oder Gemeinde aus. Doch mit gezielten Maßnahmen lässt sich der Energieverbrauch gut kontrollieren und anpassen. Damit sparen Kommunen nicht nur Kosten, sondern leisten auch einen Beitrag zum Klimaschutz.
1. Energiebewusstsein der Nutzer schärfen
Die effektivste Technik nützt wenig, wenn das Nutzungsverhalten ineffizient ist. Deshalb sollten Kommunen Mitarbeitende und andere Nutzer ihrer Gebäude regelmäßig über Energiesparmöglichkeiten informieren. So sind das Abschalten der Heizung bei geöffneten Fenstern, das richtige Lüften oder das Schließen der Türen zu unbeheizten Räumen einfache Regeln, die in der Summe große Wirkung entfalten können. Wichtig ist auch, dass alle darüber informiert sind, ob die Heizung über Nacht zentral abgesenkt wird oder ob die Thermostate in den einzelnen Räumen heruntergeregelt werden sollen.
2. Regelmäßige Wartung und Erneuerung
Die Heizungsanlage ist das Herzstück der Wärmeversorgung. Ein regelmäßiger Wartungszyklus garantiert nicht nur den reibungslosen Betrieb, sondern erhöht auch die Lebensdauer der Anlage und verhindert teure Reparaturen. Durch eine regelmäßige Überprüfung lässt sich feststellen, welche Teile ineffizient oder erneuerungsbedürftig sind und ausgetauscht werden sollten. Viele Heizungspumpen in Deutschland sind veraltet. Sie arbeiten ungeregelt mit der immer gleichen Drehzahl und stellen so oft mehr Leistung zur Verfügung, als benötigt wird. Elektronische Hocheffizienzpumpen hingegen passen ihre Leistung dem tatsächlichen Bedarf des Gebäudes an.
3. Fenster und Türen abdichten und Dämmung verbessern
Undichte Fenster und Türen verursachen oft unbemerkt Zugluft und führen dazu, dass Heizenergie verloren geht. Kommunen sollten in regelmäßigen Abständen die Dichtungen ihrer Fenster und Türen überprüfen und bei Bedarf. Der Einsatz von Dichtungsbändern oder das Nachrüsten von Fensterdichtungen kann dazu beitragen, die Effizienz der Heizung zu erhöhen. Auch eine vernünftige Dämmung an Dachböden und Fassaden trägt erheblich zur Energieeinsparung bei.
4. Elektronische Thermostate einbauen
Viele öffentliche Gebäude werden nur tagsüber genutzt. Mit einem elektronischen Thermostat kann eingestellt werden, zu welcher Uhrzeit welche Temperatur erreicht werden soll. Durch eine Einzelraumregelung kann die Temperatur zum Beispiel für Schulen, Kindergärten, Sporthallen oder Verwaltungsgebäude für acht Uhr morgens genau programmiert werden. Außerdem lassen sich Räume entsprechend der spezifischen Anforderungen stärker oder schwächer beheizen.
5. Hydraulischer Abgleich
Bei einem hydraulischen Abgleich werden alle Teile des Heizsystems aufeinander abgestimmt. Das sorgt dafür, dass durch alle Heizkörper die richtige Wassermenge fließt und jeder Heizkörper so viel Wärme erhält, wie er benötigt, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Wer diese höchst effektive Maßnahme durchführt, kann den Energieverbrauch der Heizung um bis zu 25 Prozent senken.
6. Intelligente Heizungssteuerung einführen
Last, but not least: Eine bedarfsgerechte Steuerung der Heizung ist ein entscheidender Schritt, um Kosten zu sparen. Hier bieten sich moderne, digitale Heizungssteuerungen an, die den Wärmebedarf in Echtzeit regeln. Mithilfe von Sensoren kann die Raumtemperatur abhängig von der Nutzung optimiert werden. Beispielsweise müssen Klassenräume oder Büros außerhalb der Betriebszeiten nicht auf Höchsttemperatur beheizt werden. Durch intelligente Thermostate und Zeitprogramme können Kommunen bis zu 20 Prozent der Heizkosten einsparen.
Das Energiehaus im Überblick
Wie daheim bestimmen die Fachexperten der Halberstadtwerke gemeinsam mit Ihnen geeignete Hebel mit Einspar-Potenzial auch für Liegenschaften Ihrer Kommune.
Es muss nicht immer gleich die ganze Fassade neu gedämmt und verputzt werden: Viele Wärmelecks lassen sich auch ohne großen Aufwand schließen, wie etwa schlecht isolierte Heizkörpernischen oder ungedämmte Rollladenkästen.
Während bei einem Bad rund 120 Liter Wasser in den Abfluss rauschen, sind es unter der Dusche – je nach Dauer – etwa 50 Liter. Ein Sparduschkopf spart nochmals rund die Hälfte an Wasser und Energie ein.
Halten Sie Türen zwischen beheizten und unbeheizten Räumen geschlossen. Schalten Sie das Licht aus, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Und setzen Sie auf LED: Sie sind effizienter als Halogenlampen und werden nicht so heiß.
Ein Laptop benötigt gut zwei Drittel weniger Energie als ein festinstallierter PC. Tablets sind noch effizienter. Reduzieren Sie außerdem die Helligkeit des Monitors: Das schont Geldbeutel und Augen. Und gönnen Sie dem Router nachts eine Pause: Er zieht auch Energie, wenn Sie kein WLAN nutzen.
Kleingeräte wie Wasserkocher und Toaster sind schneller und verbrauchen weniger Energie als Kochfeld und Backofen. Aufs Vorheizen des Backofens kann man meistens verzichten: Das spart rund 20 Prozent Energie.
Elektrogeräte im Stand-by-Modus verbrauchen unnötig viel Strom. Schalten Sie sie daher ganz ab, am besten mit einer abschaltbaren Steckdosenleiste.
Drehen Sie das Thermostatventil am Heizkörper nicht voll auf: Es wird dadurch nicht schneller warm. Bei analogen Thermostatventilen entspricht Stufe 3 etwa 20 Grad. Bei einer fünfstufigen Skala liegen zwischen jeder Stufe circa vier Grad.
Laden Sie die Waschmaschine möglichst voll – das ist effizienter. Als Temperatur reichen bei normal verschmutzter Kleidung oder Buntwäsche 30 Grad völlig aus. Einmal im Monat sollten Sie aus Hygienegründen aber mit 60 Grad waschen.
